Krankheitsverlauf und Behandlungsziele
Die CED verlaufen häufig schubweise und sind prinzipiell nicht heilbar. Die Entzündung kann aber im Verlauf der Zeit verschwinden. Die extraintestinalen Manifestationen können den Verlauf der Erkrankung beeinflussen und erfordern oft eine spezielle Behandlung, um sowohl die Symptome der CED als auch die extraintestinalen Beschwerden zu kontrollieren.
Behandlungsziele und Abwägungen
Das primäre Ziel unserer Therapien ist die CED derart zu behandeln, dass Sie keine Symptome mehr verursachen (sogenannte “klinische Remission”), sodass die Betroffenen eine normale Lebensqualität haben. Während eines akuten Schubes der Erkrankung ist es das Ziel die Entzündung schnell zu kontrollieren und die Krankheit in eine ruhende Phase zu bringen (sog. “Induktion der Remission”). Sobald die Entzündung kontrolliert ist, geht es darum, Rückfälle zu verhindern und die Krankheit über lange Zeit stabil zu halten (sog. “Erhaltung der Remission”)
Die Therapiemöglichkeiten bei CED, orientieren sich an weiteren Faktoren und müssen daher auch im Verlauf der Erkrankung immer wieder überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die wichtigsten Punkte, die die Therapien bestimmen, sind:
- Art und Schwere der Erkrankung: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa haben unterschiedliche Krankheitsverläufe, was die Therapiemöglichkeiten beeinflusst. Innerhalb des Krankheitsverlaufes gibt es unterschiedliche Schweregrade: Akute Schübe müssen intensiver behandelt werden als eine leichte Krankheitsaktivität oder Remission
- Art und Schwere des entzündlichen Darmbefalls: Beim Morbus Crohn kann jeder Teil des Verdauungstrakts betroffen sein, von der Mundhöhle bis zum After. Das beeinflusst, welche Medikamente zur Anwendung kommen. Bei Colitis ulcerosa ist meistens nur der Dickdarm betroffen, wobei die Schwere und Ausdehnung der Entzündung die Therapie steuern
- Vorhandensein extraintestinaler Manifestationen bzw. Begleiterkrankungen: Das Vorhandensein extraintestinaler Manifestationen (z. B. Augen, Gelenke oder Leber), kann den Verlauf der Erkrankung beeinflussen und erfordert oft eine spezielle Behandlung
- Alter, Gesundheitszustand und spezielle Umstände: Jüngere Patienten, Schwangere oder ältere Menschen können unterschiedliche Behandlungsansätze benötigen, da einige Medikamente spezielle Risiken oder Nebenwirkungen in bestimmten Altersgruppen und Risikokonstellationen besitzen
- Vorgeschichte und Ansprechen auf bisherige Therapien: Wenn ein Patient bereits auf eine Behandlung in der Vergangenheit nicht ausreichend angesprochen hat oder Nebenwirkungen aufgetreten sind, wird dies in der Therapieentscheidung berücksichtigt. Ebenfalls können frühere Operationen oder Komplikationen (z. B. Fisteln beim Morbus Crohn) die Wahl der Therapie beeinflussen.
- Individuelle Präferenzen: Neben dem Wirkungs- und potentiellen Nebenwirkungsspektrum sowie Art und Intensität der Behandlung haben viele Patienten individuelle Präferenzen in Bezug auf ihre Lebensqualität, Behandlungskomplexität und -häufigkeit, langfristige Perspektiven, psychologische und soziale Faktoren, Familienplanung oder Behandlungskosten.